Gesamtsanierung Kläranlage Bendern

Erbrachte Leistungen: Vor-, Bau-, Detailprojektierung und Bauleitung
Auftraggeber: Abwasserzweckverband (AZV) FL
Bearbeitungszeit: 2000 - 2005
Kosten: ca. CHF 47‘445‘000

Projektbeschrieb

Die im Jahr 1976 in Betrieb genommene Kläranlage erreichte ihr ursprünglich zugrunde gelegtes Ausbauziel im Jahr 2000. Es galt daher, ein zukunftgerichtetes Ausbaukonzept für die gesamte Abwasserentsorgung aller Gemeinden zu entwickeln und realisieren. Dabei war die Vergrösserung des Verbandsgebietes, dem Wachstum der Bevölkerung mit Industrie und Gewerbe, sowie den künftig höheren Anforderungen an die Reinigungsleistung der ARA Rechnung zu tragen. Zudem musste auf die geänderten Möglichkeiten der Klärschlammverwertung /-entsorgung reagiert werden.

Ziel des Ausbaukonzeptes ARA Bendern war die grösstmögliche Weiterverwendung der bestehenden Bauten, die wirtschaftlich tragbare Lärm- und Geruchsvermeidung bzw. –bekämpfung, die Optimierung der Energiebilanzen, die grösstmöglichen betrieblichen Sicherheiten, sowie eine natürliche Einbettung der Anlagen in die Umgebung. Der Gesamtausbau der Anlage erfolgte in 3 Teilausbauten:

Teil 1: Sanierungen und Ergänzungen in der mechanischen Reinigungsstufe mit Bau eines Regenbecken als Puffer- und Havariebecken.

Teil 2: Sanierung und Erweiterung der biologischen Reinigungsstufe zur Elimination der Kohlen-stoffe.  Neu gefordert wurden die Stickstoffelimination und eine vollständige Nitrifikation (Umwandlung von Ammonium zu Nitrat). Ferner soll, soweit möglich, auch die Denitrifikation erfolgen (Umwandlung von Nitrat zu elementarem Stickstoff). Ausbau der 3. Reinigungsstufe zur Phosphatfällung.

Teil 3: Sanierung und Ausbau der bestehenden Faulanlage. Unter dem Gesichtspunkt, dass Klärschlamm nicht mehr als Dünger verwendet werden darf, wurde eine vom Ausland praktisch unabhängige Lösung getroffen: Der ausgefaulte Schlamm wird entwässert, getrocknet und in Zementwerke geliefert, wo die organischen Anteile als Brennstoff dienen. Die mineralischen Anteile werden in den Klinker eingebunden, so dass keine weiteren Rückstände entstehen.

Das bei der Faulung anfallende Methangas wird eingesetzt zur Trocknung von Klärschlamm und zur Erzeugung von elektrischer Energie mittels Gasmotoren. Die dabei anfallende Abwärme wird zur Aufheizung des Schlammes und aller Gebäude, sowie zur Erzeugung von Warmwasser genutzt.

Im Projektauftrag enthalten waren die Konzeption und die Bemessung der Gesamtanlage, sowie die Planung und Realisierung aller baulichen und verfahrenstechnischen Anlagenteile im Detail.

Impressionen